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Gemeinschaftspraxis für ganzheitliche Medizin

Dr. med. Wolfgang Schwalbach

Dr. med. Reza Azim Zadeh

 

Homöopathie

Die Homöopathie ist heutzutage in aller Munde.
Sie steht für eine sanfte, ganzheitliche Art zu heilen und ist besonders in der Kinderheilkunde fest etabliert. Aber auch viele Erwachsene profitieren von dieser Heilmethode, speziell wenn die Schulmedizin bei chronischen Erkrankungen keine oder keine vollständige Heilung erreichen kann.
In dieser Broschüre wollen wir unseren Patienten einige grundlegende Informationen zu dieser Heilmethode vermitteln, die weltweit immer mehr Anhänger findet.Homöopathie

Seit wann gibt es die Homöopathie?
Als Geburtsjahr der Homöopathie gilt das Jahr 1797.
Damals, vor etwa 200 Jahren, formulierte der Arzt, Chemiker und Apotheker Samuel Hahnemann (1755 1843) das grundlegende Prinzip, dass Ähnliches durch Ähnliches zu heilen sei: ,,Similia similibus curentur".

Dieses Prinzip entwickelte er aus der Beobachtung, dass die Einnahme von Chinarinde, damals ein etabliertes Malariamittel, bei ihm ähnliche Symptome hervorgerufen hatte, wie sie für Malariakranke typisch waren.

Nach dieser Erfahrung testete Hahnemann zahlreiche Heilpflanzen und Mineralien, aber auch Gifte an sich selbst und seinen Mitarbeiter. Die Arzneimittelprüfungs¬Symptome, die bei den Testpersonen damals auftraten, wurden sorgfältig aufgelistet so entstand die Materia medica.

Was bedeutet Potenzieren?
Um die Nebenwirkungen seiner Medikamente zu verringern, verringerte Hahnemann die Dosierungen immer weiter. Durch diesen Verdünnungsprozess wurden sie zwar unschädlich, aber zuletzt auch weitgehend wirkungslos.
Um diesem Dilemma zu entgehen, kombinierte Hahnemann jeden seiner Verdünnungsprozesse mit mehrfachem kräftigen Schütteln (heute jeweils 10 mal).
Durch diesen Schüttelvorgang gelang es ihm, die energetische Information der Substanz auf das Lösungsmittel zu übertragen.
Die so gewonnenen Arzneimittel hatten dadurch eine verringerte Toxizität bei gleichzeitiger Verstärkung der heilenden Wirkung.
So verloren Schlagengifte oder Arsen ihre tödliche, jedoch nicht ihre heilende Wirkung.
Auf der anderen Seite enfalteten Stoffe, die ursprünglich ohne Wirkung waren (z.B. Kiesel oder Metalle), auf einmal einen Heilungseffekt.
Hahnemann bezeichnete diesen Prozess des Verdtinnens und Schüttelns als Potenzieren (von tat. Potentia die Kraft). Bei den heute gebräuchlichen D Potenzen wird die Ursubstanz in jedem Schritt 1:10 verdünnt, bei einer D6 beispielsweise sechsmal. Bei den C Potenzen wird bei jedem Schritt 1:100 verdünnt, bei einer C30 also dreißigmal.

Warum wirkt Homöopathie?
Gegner der Homöopathie argumentieren, dass gerade bei den Hochpotenzen (ab C30) mit vielfachen Verdünnungsschritten 1:100 kein einziges Molekül der Ursubstanz mehr enthalten sein könne.
Dies ist richtig, doch die homöopathische Wirkung beruht nicht auf dem Massen Wirkungs Gesetz, sondern auf der Übertragung der energetischen Information der Substanz auf das verwendete Lösungsmittel (Schüttelvorgänge!).
Dadurch sind höhere Potenzen sogar besonders intensiv und lang anhaltend wirksam.

Wie findet man das richtige Mittel und die richtige Potenz für den Patienten?
Nach der Ähnlichkeitsregel wird für die Behandlung eines kranken Menschen ein Arzneistoff gesucht, der beim Gesunden eine ähnliche Symptomatik hervorruft, wie sie der Therapeut beim Kranken beobachtet.
Die natürliche Krankheit wird also gleichsam von einer künstlichen ähnlichen Krankheit überlagert, woduch die Selbstheilungskräfte des Organismus angestoßen werden.

Dafür ist es einerseits erforderlich, dass der Therapeut für die Mittelwahl ein umfassendes Wissen über die verschiedenen homöopathischen Medikamente und ihr Arzneimittelbild hat.
Hilfestellung geben die umfassenden Repertorien, wo den verschiedensten Symptomen mögliche Arzneimittel zugeordnet sind.

Zum anderen muss der Therapeut auch den Patienten gezielter zu seinem Krankheitsbild, insbesondere auch den scheinbar unwichtigen Nebenerscheinungen, befragen. In der Homöopathie sind oft gerade die Symptome wertvoll, die den jeweiligen Patienten von allen anderen mit der gleichen Krankheit unterscheiden und die damit seine Individualität betonen.

Es geht also weniger um die Krankheit allein, sondern um den kranken Patienten in seiner Gesamtheit mit all seinen Begleiterscheinungen.
So kann es wegweisend für die Mittelwahl sein, dass der Patient gerade jetzt Heißhunger auf ein bestimmtes Lebensmittel hat, oder dass ein sonst recht selbständiges Kind plötzlich ängstlich, anschmiegsam und weinerlich erscheint.
Wichtig kann auch eine auslösende Ursache sein, z.B. ein trauriges Erlebnis.

Um die richtige Potenz zu finden, ist wieder die Erfahrung des Therapeuten entscheidend. Er wird entscheiden, welche Potenzierungsform angewendet wird, und wie oft die Gabe wiederholt werden muss.
Grundsätzlich kommen in der Behandlung akuter Kinderkrankheiten eher niedrige Potenzen zur Anwendung, in der Behandlung chronischer Beschwerden von Erwachsenen zunehmend höhere, die dann auch seltener gegeben werden.

Behandlung akuter Erkrankungen Konstitutionsbehandlungen
In akuten Krankheitsfallen, besonders bei Kindern, gelingt es oft schnell, das passende Mittel zu finden.

Ein Beispiel dafür ist Belladonna, das Gift der Tollkirsche. Das Arzneimittel passt bei akut aufgetretenen fieberhaften Erkrankungen, wenn durch den Blutandrang zum Kopf das Gesicht und die Augen gerötet sind. Die Pupillen können zusätzlich erweitert sein.
Auch wenn lokale Rötungen und Schmerzen vorhanden sind, so beispielsweise bei Halsschmerzen oder Mittelohrentzündungen, sollte Belladonna in Erwägung gezogen werden. Die betroffenen Kinder sind oft reizbar und zornig.
Schwieriger wird es dagegen, wenn bei chronischen Erkrankungen die gesamte Konstitution des Patienten berücksichtigt werden muss, beispielsweise bei der Behandlung von Heuschnupfen, Neurodermitis oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Hier ist eine umfaassende Erstanamnese nötig, die ein Gesamtbild des Patienten nicht nur hinsichtlich seiner Beschwerden, sondern auch seiner gesamten sonstigen individuellen Verhaltensweisen und Eigenheiten entstehen lässt. Sogar die Träume des Patienten können entscheidende Hinweise geben.

Natrium muriaticum (Kochsalz) ist ein häufig gebrauchtes Konstitutionsmittel und soll hier als Beispiel dienen. Das Arzneimittel kommt zur Anwendung bei mageren, schwermütigen Patienten, deren Beschwerden durch stillen Kummer ausgelöst wurden. Sie haben das auslösende Trauma nie verarbeitet, reden aber auch nicht darüber und erstarren langsam innerlich.
Als Beispiel für Natrium muriaticum wird oft Lots Frau herangezogen, die beim Blick nach rückwärts zur Salzsäule erstarrt ist.
Als Folge dieser inneren Blockade leiden die Patienten häufig an Kopfschmerzen, Hautproblemen wie Akne und Ekzemen, Verstopfung des Darmes und anderen Erkrankungen.

Bei der Auswahl der Konstitutionsmittel ist es deshalb oft nötig, einen Blick hinter die Fassade und das vordergründig Offensichtliche zu werfen. Manchmal müssen auch verschiedene Mittel nacheinander angewendet werden, bis man zum eigentlichen Kern vorgedrungen ist. Dafür sind eine gute Ausbildung und langjährige Erfahrung des Therapeuten von wesentlicher Bedeutung.

Erstverschlimmerung (Erstreaktion)Gerade bei Konstitutionsbehandlungen kann es vorkommen, dass sich die Symptome anfangs verstärken, z.B. bei einer Neurodermitis. Diese Reaktion zeigt das Ansprechen der Therapie und wird nach einiger Zeit in eine Besserung münden. Hier ist Geduld auf beiden Seiten nötig.

Grenzen der Homöopathie
Die Homöopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte des Patienten, ist also auf eine erhaltene Grundenergie angewiesen.
Sie kann niemals eine akut erforderliche Intensivtherapie ersetzen oder zerstörte Strukturen wie ein gebrochenes Bein "gesund zaubern". Auch ein insulinpfiichtiger Diabetes wird sich nicht durch Homöopathie allein heilen lassen. In solchen Fällen kann Homöopathie nur unterstützen, aber die Schulmedizin niemals ersetzen!!!

Homöopathie in unserer PraxisWir bieten unseren Patienten ein individuelles Konzept aus Schulmedizin mit komplementärmedizinischer Ergänzung. Dazu gehört die Homöopathie, aber auch Akupunktur, Bachblüten, Naturheilkunde u.v.m.


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